Zum Silber-Jubiläum in Rüdesheim am 6. September 1925
Sr. Hochwürden des Herrn Stadtpfarrers Adolph Kohl, Geistl. Rat.
Mel.: O alte Burschenherrlichkeit!
Laßt ruhen heut des Werktags Fron
Und widmet euch der Freude!
Denn hell wie Nachtigallenton
Klingt silbernes Geläute,
Weil fünfundzwanzig Jahre rann
Die Welle in dem Rheine,
Seit Rüdesheim ihn uns gewann
Zum Pfarrer der Gemeine.
Es treten an zum Feiertag
Die Kleinen, weiß gekleidet,
So schlüpfen Tauben aus dem Schlag
Ein Bild, das Augen weidet!
Heut&rsquo stürmen fröhlich jung und alt
Den Himmel mit Gebeten
Zum Rochusberg das Echo schallt
Von Lied und Jubelreden.
Holzappel bot nur Apfelwein,
Der säuert gar das Leben
Als Grafschaft glänzt es hoch und fein,
Doch halt&rsquo ich&rsquos mit den Reben
Die sind ein Nibelungenhort
Und winden Ehrenkränze.
Der Hirte geht vom Rhein nicht fort
Und bleibt noch manche Lenze.
Und hat er einst zum letzten Mal
Besucht Sanct Hildens Wege,
Not-Gottes und Marienthal
Im grünen Waldgehege,
Dann nimm ihn nach dem Pilgerlauf,
Ob auch die Schlange zische,
Du guter Gott zum Himmel auf,
Und lad ihn dort zu Tische!
Laut singt er dann vom Notenblatt
Und segnend grüßt die Rechte
Hinab zum Rhein, zur Jakobstadt,
Durch sternengold&rsquone Nächte.
Dann schaut nach ihm im Wolkenkleid
Der Winzer früh und späte
Er aber darf in Ewigkeit
Froh ernten, was er säte.
Zentgraf, Pfarrer, Presberg